Frankfurt Höchst



Frankfurt Höchst

Frankfurt-Höchst ist ein Stadtteil im Westen der Stadt Frankfurt am Main auf der rechten Uferseite. Ursprünglich war Höchst eine eigenständige Stadt, wurde aber 1928 in die Stadt Frankfurt eingemeindet. Insgesamt leben etwa 14.500 Einwohner im Stadtteil, in dem die Nidda in den Main mündet. Das Stadtviertel untergliedert sich in sechs Bezirke: die Altstadt, die Neustadt, das Westend, das Oberfeld, das Unterfeld und die Innenstadt.

Zur Stadtgeschichte

Die Lage der ehemaligen Stadt Höchst wurde strategisch gewählt. Sowohl die Nidda als auch der Main waren schiffbare Flüsse, die sich zu Füßen der Siedlungsfläche trafen. Zudem führte eine Handelsstraße am Stadtgebiet vorbei. Eine Stadt an dieser Stelle versprach demnach Gewinne durch Handel und Zölle, die seit der Vergabe des Stadtrechts 1356 verzeichnet werden konnten. Über 1.000 Jahre war die Stadt Höchst Teil Territoriums von Mainz. Aus diesem Grund ziert noch heute das Mainzer Rad das Wappen des heutigen Frankfurter Stadtviertels. Im Jahr 1396 sahen sich die benachbarten Frankfurter durch die Zollstadt unter Mainzer Flagge in ihrer Lebensexistenz bedroht und zerstörten die Zollburg und die dazugehörige Stadt. Beides wurde schnell wieder errichtet. Im Jahr 1536 kam es durch den großen Stadtbrand zur größten Zerstörung in der Stadtgeschichte. Dabei blieb lediglich die Hälfte der Stadt verschont, der Rest lag in Asche. Im Laufe der Stadtgeschichte wurde die damalige Stadt mehrfach erobert. So war sie einige Jahre von Schweden und später auch von Franzosen besetzt. Da Höchst während des zweiten Weltkriegs bis auf einzelne Ausnahmen von der Zerstörung verschont blieb, ist die Altstadt des Viertels auch heute noch überdurchschnittlich gut erhalten.

Höchst als Wirtschaftsstandort

Die günstige Lage machte Frankfurt-Höchst vor allem als Wirtschaftsstandort interessant. So war der Stadtbezirk bis 1999 der Hauptsitz der Hoechst-AG. Das ehemalige Werksgelände ist mittlerweile der Industriepark Höchst, der unter anderem Unternehmen wie Tochterfirmen von Bayer, Samsung und Siemens beherbergt. Damit ist der Industriepark die zweitgrößte Arbeitsstelle der Region, direkt nach dem Frankfurter Flughafen.
Sehenswürdigkeiten im Stadtteil

Die Altstadt

Sehenswert ist vor allem die Höchster Altstadt. So sticht beispielsweise die karolingische Justinuskirche aus dem Stadtbild hervor. Sie entstand um 830 und gilt als das älteste noch erhaltene Gebäude im gesamten Frankfurter Stadtgebiet. Auch die Fachwerkhäuser, die nach dem Stadtbrand erbaut wurden, sind charakteristisch für die Architektur der Altstadt. Auf der Mainseite des Bezirks sind die Stadtmauer und das Maintor aus dem 14. Jahrhundert gut erhalten geblieben. Das Höchster Schloss diente den Mainzer Erzbischöfen ihrerzeit als Residenz. Noch heute gilt vor allem der Schlossturm als Wahrzeichen des Stadtteils. Doch auch der Schlossplatz wird immer wieder als Sehenswürdigkeit empfohlen. Gleiches gilt für vereinzelte Häuser, die mittlerweile unter Denkmalschutz stehen. Besonders erwähnenswert ist dabei das ehemalige Gasthaus „Der Karpfen“, das früher unter anderem von Schiller, Goethe und Mozart besucht wurde. Doch auch das Dalberger Haus und das Kronberger Haus, in dem heute das Porzellanmuseum des historischen Museums Frankfurt beheimatet ist, gelten als Attraktionen der Höchster Altstadt.

Die Neustadt

Die Neustadt ist vor allem durch den Bolongaropalast geprägt. Die Familie Bolongaro war eine regional angesehene Kaufmannsfamilie und lebte lange Zeit in diesem Haus. Anschließend wurde er als Industriegebäude genutzt, ehe er bis zur Eingemeindung als Höchster Rathaus fungierte. Doch auch das klassizistische Kreishaus gilt als sehenswert.

Grünanlagen

Zur Erholung im Grünen dienen der Höchster Stadtpark und die expressionistische Gartenanlage, die nach Bruno Asch benannt ist. Zudem wurde die „Batterie“, so wird das Mainufer in Höchst genannt, im Jahr 2006 von einem Parkplatz zu einem Fußgängerbereich umgestaltet, der über Biergärten und Liegeflächen im Grünen verfügt.

Kulturelles Leben in Höchst

Doch neben der Wirtschaft und der Historie gibt es noch einen weiteren Grund, der Menschen nach Frankfurt-Höchst zieht: Die Kultur. Zum einen gibt es ein Kleintheater und mit dem Porzellanmuseum und der Frankfurter Schmuck- und Uhrensammlung zwei Museen im Stadtbezirk. Die 2006 geschlossenen Museen zur Firmengeschichte der Hoechst AG und das Museum des Hoechster Geschichtsverein, sollen nach einem Umbau in Zukunft im Bolongaropalast einziehen.

Veranstaltungen

Weit über die Stadtgrenze bekannt ist das jährliche Höchster Schloßfest. Auch der Höchster Orgelsommer findet parallel dazu jährlich in der Justinuskirche statt. Die dabei verwendete Orgel ist eines der wertvollsten Instrumente im Frankfurter Stadtgebiet. Seit 2004 hat sich zusätzlich das Barock am Main, ein Theater-Festival im Garten des Bolongaropalastes, fest etabliert. Aufgeführt werden Stücke von Molière, die in den hessischen Dialekt umgeschrieben wurden.

Das Höchster Schloßfest

Das Höchster Schloßfest findet seit 1957 jährlich zwischen Juni und Juli statt. Das vierwöchige Fest wird vom Vereinsring Höchst veranstaltet und beinhaltet verschiedene Attraktionen und Veranstaltungen, die jährlich unter einem neuen Motto stattfinden. Eröffnet wird die Feierlichkeit mit einer Zeremonie im Garten des Bolongaropalastes. Zum Zentrum der Festivitäten wird die Altstadt rund um das Höchster Schloss. Zahlreiche Stände und Open-Air-Konzerte beleben im Zuge des Altstadtfestes der Vereine die Straßen des Stadtteils. Doch auch Kabarett, Theater und Kleinkunst finden eine Bühne. Am letzten Wochenende der Festivitäten findet traditionell eine „Kerb“ beziehungsweise Kirmes am Mainufer statt. Zum Abschluss wird am letzten Tag der Kirmes das Schloßfest mit einem Feuerwerk beendet.

Einkaufen im Westen Frankfurts

Auch Einkaufsmöglichkeiten sind im westlichen Frankfurter Stadtteil vorhanden. So ist die Fußgängerzone ein wichtiger Standort für den Einzelhandel. Auch ein kleines Einkaufszentrum befindet sich dort. Ein wenig größer fällt das nur drei Kilometer entfernte Main-Taunus-Zentrum aus, das sich über 91.000 Quadratmeter erstreckt. Außerdem findet seit über 650 Jahren ein Wochenmarkt in Höchst statt. Mittlerweile sogar dreimal wöchentlich.

Zusammenfassung

Frankfurt-Höchst ist ein Stadtteil, der einem großen Wandel unterzogen worden ist. Von einer einstigen Zoll- und Handelsstadt entwickelte sich die Gemeinde zu einem für wirtschaftliche Unternehmen interessanten Standort. Nicht zuletzt verdankt der Stadtteil diesen Umstand seiner günstigen Verkehrsanbindung. Von der langen Stadtgeschichte zeugen vor allem historische Bauwerke im Bereich der Altstadt. Aber auch in Form von Museen und regelmäßigen Festen, wie das überregional bekannte Höchster Schloßfest, hat das Stadtviertel eine eigene kulturelle Dynamik entwickelt. Die vielen Einzelhandelsläden in der Fußgängerzone der Höchster Innenstadt bieten einen abwechslungsreichen Kontrast zu den erholsamen Grünflächen. Trotz der Eingemeindung hat Höchst seinen eigen Stadt-Flair nicht verloren und gilt zurecht als das Zentrum des westlichen Frankfurter Stadtgebiets.