Hoechster Porzellanmanufaktur

1746 von Johann Christoph Göltz und Adam Friedrich von Löwenfinck gegründet, ist die Höchster Porzellanmanufaktur heute eines der bekanntesten Unternehmen für Porzellankunst und die zweitälteste ihrer Art in Hessen und in ganz Deutschland. Das Manufakturgebäude befand sich bis 1927 in der heutigen Antonitergasse in der nördlichen Altstadt. Bekanntester Künstler der Manufaktur war Johann Peter Melchior, kurmainzischer Hofbildhauer und ab 1768 Modellmeister in der Höchster Porzellanmanufaktur.
Die ersten Porzellanbrände wurden in der Manufaktur erst ab 1750 unter Johann Kilian Benckgraff und Josef Ringler hergestellt. Zuvor wurden in Höchst nur so genannte Fayencen produziert, also Keramikerzeugnisse, rote oder ockerfarbene Scherben mit weißdeckender Zinnglasur überzogen sind.
1756 ging die Manufaktur unter Göltz bankrott, nachdem dieser seinen Kompagnon Löwenfinck ausgebotet hatte. Erst 1759 fand das Unternehmen in Johann Heinrich Maas einen neuen Inhaber, der die Manufaktur mehr schlecht als recht wieder aufbaute, es sich aber mit seinen Arbeitern nach und nach verscherzte, was immer wieder zu tätlichen Auseinandersetzungen auch innerhalb der Belegschaft führte. 6 Jahre nach dem Kauf der Porzellanmanufaktur durch Maas erteilte der Kurfürst Emmerich Joseph von Breidenbach zu Bürresheim der Fabrik das Privileg zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und erneute 6 Jahre darauf zählte die Höchster Porzellanmanufaktur 27 Aktionäre.
1778 wurde die Aktiengesellschaft aufgelöst und das Unternehmen ging 1784 in den Besitz der Mainzer Hofkammer über, welche 1796 den Konkurs der Fabrik anmelden musste.
Der Betrieb in der Maunfaktur wurde erst 1947 wieder aufgenommen und es wurden anspruchsvolle Handmalereien produziert bis erneut 1963 die Schließung erfolgte. Die Farbwerke Höchst und das Frankfurter Bankhaus Koch, Lauteren & Co. (heute Dresdener Bank) übernahmen ab 1965 dann die Führung des Unternehmens. Bis 2001 war das Bankhaus, das 1976 von der Dresdener Bank übernommen wurde, Anteilseigner. Seit 2001 ist die Investitionsbank Hessen zusammen mit einem privaten Eigentümer Anteilseigner der Manufaktur. Seit dem Januar 2011 ist der private Anteilseigner alleiniger Besitzer der Manufaktur, da das Land Hessen ihm seine Anteile verkaufte.
Das Porzellan, das heute die Höchster Porzellanmanufaktur verlässt, ist von unangefochtener Spitzenqualität, da Hand geformt und bemalt. Zudem bildet das Porzellan die Basis vieler Porzellansammlungen in Museen der Umgebung.
Die Fabrik befand sich bis 1977 im Dalberger Haus, einem Renaissance-Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Seit 1996 befindet sich die Manufaktur im Neuen Porzellanhof Höchst, einem denkmalgeschützten Industriegebäude aus der Gründerzeit. Das Dalberger Haus beherbergt lediglich noch Verkaufsräume und eine einmalige Porzellanausstellung im Gewölbekeller.